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Fachkräftemangel & Strategie
Was kostet internationales Recruiting? Eine Rechnung für Bauunternehmen
Welche Kosten bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte anfallen und wie man sie den Kosten von Leerstand und Zeitarbeit gegenüberstellt.
Die Frage nach den Kosten steht bei fast jedem Bauunternehmer am Anfang. Verständlich, denn internationales Recruiting ist eine Investition. Entscheidend ist aber nicht nur, was sie kostet, sondern was es kostet, nichts zu tun.
Typische Kostenpositionen
- Auswahl und Vermittlung: Suche, Vorauswahl, fachliche Prüfung und Interviews
- Sprachvorbereitung: Kurse bis zum erforderlichen Niveau, oft im Herkunftsland
- Behördliche Verfahren: Anerkennung, Visum, ggf. beschleunigtes Fachkräfteverfahren, Übersetzungen
- Reise und Ankunft: Anreise, Erstausstattung, Unterstützung bei Wohnung und Behörden
- Integration: berufsbegleitender Sprachkurs, Einarbeitung, Betreuung
Die Kosten des Nichtstuns
Jede unbesetzte Stelle verursacht Kosten, auch wenn sie in keiner Rechnung auftauchen: abgelehnte Aufträge, Vertragsstrafen bei Verzögerungen, Überstunden und Überlastung im Stammteam, höhere Fluktuation und teure Zeitarbeit als Notlösung.
So rechnen Sie selbst
- Ermitteln Sie den Deckungsbeitrag, den eine zusätzliche Fachkraft im Jahr erwirtschaftet.
- Setzen Sie die Kosten für Leihkräfte oder Subunternehmer an, die Sie heute stattdessen bezahlen.
- Rechnen Sie die einmaligen Recruiting- und Integrationskosten dagegen.
- Verteilen Sie diese auf die erwartete Beschäftigungsdauer.
In vielen Fällen zeigt sich, dass sich die Investition bereits nach kurzer Zeit amortisiert, vorausgesetzt, die Fachkraft bleibt.
Bindung ist der größte Hebel
Die Rechnung geht nur auf, wenn Mitarbeiter langfristig bleiben. Deshalb sind Sprachvorbereitung, Onboarding und Begleitung keine Nebenkosten, sondern Voraussetzung für den Erfolg der gesamten Investition.
Fördermöglichkeiten
Je nach Bundesland und Programm gibt es Unterstützung, etwa für Sprachkurse oder Anpassungsqualifizierungen. Es lohnt sich, bei Arbeitsagentur, Kammern und Landesprogrammen nachzufragen.
Fazit
Internationales Recruiting kostet Geld, aber dauerhafter Personalmangel kostet mehr. Wer ehrlich rechnet und auf Bindung setzt, macht aus der Investition einen planbaren Wettbewerbsvorteil.